Eine Überdosis Optimismus

Auf der Leipziger Buchmesse drückte man mir ein reisendes Tagebuch in die Hand, das ich zu füllen und weiterzugeben hätte.

Zu Befehl!

Statt Messebericht also ein schnöder Eindruck, morgens im strahlenden Sonnenschein auf dem Balkon meiner Gastgeberin in besagtes Reisebüchlein geschmiert*.

 

 

*Ja, meine Handschrift ist nicht besonders leserlich. Lebt damit, ich schaffe es ja auch.

Lesung in Berlin – live & lauschig

Am 21. und 22. Februar hatte ich wieder mal die wunderbare Gelegenheit, in Berlin zu lesen. Wir stellten LÜCKENFÜLLER – EINE TENTAKELPORN-ANTHOLOGIE vor, das neue Baby von Herausgeberin und Mitautorin Claudia Rapp.

Der erste Abend in der urgemütlichen Zyankali-Bar wurde sogar per Livestream übertragen, sodass wir nun ein unsterbliches Zeugnis unseres grandiosen Leseabends vorweisen können.

Bitte schön:

Aufgenommen, moralisch unterstützt und bestens unterhalten wurden wir übrigens von Sascha Schlüter, dessen Geschichte ebenfalls Eingang in die Anthologie gefunden hat. Danke Sascha – es ist immer eine Freude, mit dir zu arbeiten!

Nicht dabei war leider unser dritter Mann, Mark G. Rummel, der am Nachmittg einen ärgerlichen Unfall hatte. Gute Besserung, mein Lieber – es war mir ein Fest, deine grandiose Erzählung vorzutragen! (Gar nicht so einfach, wenn man sie vorher noch nie gelesen hat und andauernd lachen muss …)

AUF DEM DACH oder: Wie mir manchmal wirre Ideen kommen, wenn ich in der Gegend rumliege

Wenn man Yoga praktiziert, praktiziert man auch Meditation sowie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen.

(Das klingt dröge, fühlt sich aber großartig an.)

Und manchmal, wenn so daliegt und seine Gedanken kommen und gehen lässt, locker und sanft und gaaaaanz entspannt, können entschieden merkwürdige Gedanken kommen.

Und womöglich nicht wieder gehen.

Zum Beispiel der, dass die Luft, die ein- und ausströmt und den Körper mit Prana, der Lebensenergie, versorgt, auch etwas ganz anderes sein könnte, das nicht einfach nur einströmt, Sauerstoff ablädt und wieder verschwindet, sondern etwas, das gewaltsam eindringt, sich breitmacht und absolut nicht daran denkt, wieder zu gehen.

Etwas, das einen verändert.

 

Beim Yoga kam mir die Idee zum Schicksal des Protagonisten meiner Erzählung in „Lückenfüller“, und beim Yoga habe ich dann auch den Rest entworfen.

(Es waren mehrere Übungsstunden, in denen ich so abgelenkt war, dass rein gar nichts funktionierte – aber am Ende hatte ich eine halbe Geschichte.)

(Immerhin.)

Den zweiten Teil kannte ich bereits, in gewisser Weise, denn seit ich diese aufschlussreiche Diskussion gelesen habe, ließ mich der Gedanke an Experimente mit Ameisen nicht mehr los …

Manchmal ist genau das mein Leben. Manchmal passt mir das ganz gut.

(Manchmal beschert es mir auch einfach Rückenschmerzen. Keine anständige Yoga-Praxis und so …)

 

Wer wissen will, wie die anderen Beiträge der Anthologie entstanden sind & welche merkwürdigen Gedanken meine werten Kollegen so hatten, der darf hier, hier und hier schauen!

TENTAKEL AHOI!!

Wie manch einer vielleicht mitbekommen hat, ist meine aktuelle Veröffentlichung eine ganz besondere: Meine liebe Freundin Claudia Rapp hat die Herausgeberschaft für eine ziemlich durchgeknallte Anthologie übernommen.

Es geht um Tentakel.

Und was man damit alles anstellen kann.

Und Sex.

Ich durfte mitmachen. Es war heiß!

Claudia hat auf ihrem Blog die Hintergründe ihres Beitrags beschrieben, und Sascha Schlüter (ebenfalls mit einer Geschichte vertreten) hat einen sehr feinen Trailer spendiert.

In den nächsten Tagen folgen mehr Hintergrundinfos zu der besten Anthologie des Jahres, die ihr hier als eBook und hier als streng limitiertes Hardcover bestellen könnt.

Greift zu, später gibt es das wunderhübsche Dinglein nicht mehr! NIE WIEDER!

Anzeigenplatzierung deluxe!

Gerade gesehen: Ich habe viel zu lange nichts mehr geschrieben.

(Wird sich bald wieder ändern, versprochen.)

Auch gerade gesehen: Wenn man beim Online-Händler nach dem „Silberfischchen“-Buch sucht, erhält man als „Zusammen kaufen mit“-Vorschlag eine Packung „Silberfischchen-Köder“.

Diese hier sollen laut dem Online-Händler die besten sein.

Gern geschehen.

Das neue Buch im Lesezimmer – und ein kleines Extra

Die gute Mory durfte beim letzten Mainz-Besuch im großartigen Lesezimmer einkehren und einen Auszug aus dem neuen Buch lesen. Mitsamt dem kleinen Edgar Allan Poe und einem fiesen Versprecher.

(Und Bier, weil ich so arg nervös war.)

(Zu recht, wenn ich den fiesen Versprecher bedenke.)

Leider steht das Video noch nicht in der offiziellen Bibliothek, wohl aber auf YouTube. Wer also ein Viertelstündchen Zeit hat, darf der guten Mory ein bisschen zuhören und dann das neue Buch kaufen!

Wer kein Viertelstündchen hat, mich aber dennoch mal beim Lesen beobachten will, kann sich auch meine kleine Geschichte „Barfly“ anhören:

Viel Spaß im Lesezimmer — stöbern lohnt sich!

Worum geht’s eigentlich in deinem neuen Buch? – 3

Bisher mag der Eindruck entstanden sein, es ginge im neuen Buch nur darum, zu viel zu trinken oder die Uni zu schmeißen. Das ist nur halb richtig. Es geht auch um das Suchen und Finden von Liebe:

 

So ein Leben in der Fremde kann sehr schnell einsam werden, da hat jeder neue Bekannte das Potential zum Seelenverwandten.
»Verdammte Stadt, eigentlich«, setzte Pit an, als ich gerade mit einer zweiten und dritten Flasche Wein vom nahen Billig-Supermarkt zurückkam. »Verdammtes Land sogar. Dieses Klopapier. Ich meine, was soll das? Es ist höchstens zweilagig, und es sind zwei dünne Lagen. Das ist doch total lächerlich! Im Krankenhaus wird man erst behandelt, wenn man schon halbtot ist, ansonsten kriegt man Schmerzmittel und muss warten. Waschmittel reicht nur für 25 Wäschen, egal, wie groß die Flasche ist. Essen ist teuer, dafür sind Kippen billig und Alkohol auch.
Und jeder dieser elenden Genueser hat einen Hund und jeder dieser Hunde scheißt einfach so auf die Straße, was natürlich niemand wegmacht, außer es regnet, dann kommt es einem entgegen, wenn man den Berg hochläuft. Genueser ohne Hund haben garantiert schreiende Kinder dabei, laut schreiende Kinder, die alles dürfen.
Rauchen ist überall verboten und die Italiener behaupten, das würde ihnen gefallen. Mag im Sommer ja auch stimmen. Ich bin gespannt, wie sie im Winter reden, wenn sie frierend auf der Straße stehen, um ihr Nikotin zu kriegen.«
Dann war er unvermittelt wieder still. Ich nahm ihn mitfühlend in den Arm.

 

Hier gibt es mehr.

Worum geht’s eigentlich in deinem neuen Buch? – 2

Nicht nur um Fäkalien, nein, es geht auch um die Widrigkeiten des Universitätslebens. Zum Beispiel die Anmeldung zu Semesterbeginn.

Im Moment wurde der Glückspilz mit der Nummer 351 von der übellaunigen, dicken Sekretärin abgefertigt, die sich offenbar exklusiv um die ausländischen Studierenden kümmern sollte. Auf meinem Zettel stand 512. Seufzend ging ich vor die Tür, um eine Zigarette zu rauchen. Auf dem Weg wich ich einem jungen Mann aus, der wirkte, als säße er schon immer hier: In einen dreckigen Parka gewickelt starrte er stumm vor sich hin, den Zettel mit der Nummer schlaff in der Hand, die Beine in grauen Jeans halb unter sich gezogen. Sein Bart war erstaunlich lang und fusseliger, als ein Bart natürlicherweise sein sollte. Er roch erbärmlich. Ein kunstvolles Spinnennetz spannte sich zwischen seinem Kopf und der Wand.
Draußen traf ich auf zwei Mädchen, eines davon in einem T-Shirt mit dem unverkennbaren Logo des FC St. Pauli. Ich freute mich heimlich über die Deutschen – Erasmus ahoi! – und bot Zigaretten an. Die beiden musterten mich verständnislos und drehten sich weg. Verwirrt stand ich da, die Kippenpackung noch offen vor mir ausgestreckt. Gerade wollte ich es auf Italienisch versuchen, da murmelte die eine etwas wie »Komische Typen gibt’s«, und die andere lachte.
Sie entfernten sich ein paar Schritte, doch ich konnte sie immer noch reden hören – Deutsch reden hören. Ich wollte gerade nach Steinen suchen, um die dämlichen Ziegen damit zu bewerfen, da sah ich durch die Glastür, dass gerade die Nummer 508 aufgerufen wurde. Meine zuständige Sachbearbeiterin schien trotz ihrer offensichtlichen Aversion gegen ihren Job und ihre schier unglaubliche Körperfülle der Fleiß in Person zu sein. Schnell trat ich meine halb gerauchte Zigarette aus und eilte zurück.

Worum geht’s eigentlich in deinem neuen Buch?

Gute Frage. Zum Beispiel um Dinge, die nachts am Hafen passieren können:

»ICH BIN HILO!«
Ein Schrei riss mich aus meiner drogen- und alkoholinduzierten Lethargie.
»Ich bin hilo!« Marian stand mit erhobenen Armen und weit gespreizten Fingern am Strand, direkt an der Wasserlinie, das Gesicht uns ab- und dem Meer zugewandt, hinter dem die Sonne gerade zaghafte erste Strahlen über den Horizont schob. Seine Hose hatte er in der Zwischenzeit wieder angezogen, was mich aus irgendwelchen Gründen ungemein beruhigte. Wie wir zurück an den Strand gekommen waren, wusste ich nicht. Ich bezweifelte, dass die anderen eine Ahnung hatten. Ich war nass.
»Hilo«, schob er kläglich hinterher.
»Like a halo in reverse«, grölte Pit und rollte sich auf die Seite. »Halo? Du bist halo? Wie geht das denn?«, fragte er interessiert.
»Was?« Verwirrt drehte Marian sich um und ließ dabei die Arme sinken.
»Hilo«, berichtigte ich kichernd und wankte zu Marian, »hilflos, Mann, der kleine Marian möchte aus dem Spielparadies abgeholt werden. Komm her, ich helfe dir.«
Marian ergriff meine beiden Hände und schaute mich verschwörerisch an. »Bring mich irgendwo hin, wo ich scheißen kann«, flehte er.
Pit kugelte sich vor Lachen und auch ich konnte mich kaum noch beherrschen, meine Knie gaben nach und ich zog Marian zu mir herunter.
»Ich mein’s ernst! Es tut weh!«, jammerte er und holte mich wieder auf die Füße.
»Okay«, stammelte ich zwischen zwei Lachanfällen. »Okay, wir gehen scheißen, kein Problem. Komm einfach mit.«
Ich zog ihn hinter mir her, vergewisserte mich, dass Pit uns ebenfalls folgte und trottete mit den beiden zu den öffentlichen Toiletten am alten Hafen.

Mehr in den nächsten Tagen oder eben in dem wunderschönen Buch!

Alles neu

Auf ein ruhiges Jahresende folgte ein chaotischer Jahresbeginn – ich lebe jetzt endlich mit Herrn Gaffory in Karlsruhe & richte mich hier nach & nach ein.

Trotzdem wird es ein neues Buch geben, nämlich „Kopf hoch, sagte der Silberfisch in meiner Badewanne“, das hoffentlich und mit viel Daumendrücken zur Leipziger Buchmesse erscheinen wird.

Wer es dann in die Hand nehmen, es bewundern und darin blättern will, ist gerne eingeladen. Der Stand des Amrûn Verlags ist wieder in Halle 2 K308 – direkt neben der Fantasy-Leseinsel.

Vermutlich schleiche ich immer mal wieder dort herum, denn mir wurde Schnaps versprochen. Aber am Freitag von 13 bis 14 Uhr bin ich ganz offiziell und auf jeden Fall dort, zum Meet & Greet zusammen mit meinen lieben Kolleginnen Faye Hell & Claudia Rapp.

Wir sehen uns in Leipzig!